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  Was ist die KJG
 
 
Katholische junge Gemeinde
Logo der KjG
Zweck: Katholischer Jugendverband
Vorsitz: Anne Schirmer, Martin Diem, Lisa Eisenbarth (Bundesgeschäftsführerin), Eva-Maria Düring (Geistliche Leiterin)
Gründungsdatum: 1970
Mitgliederzahl: 80.000
Sitz: Düsseldorf
Webseite: www.kjg.de

Die Katholische junge Gemeinde (kurz KjG) ist ein demokratisch organisierter Kinder- und Jugendverband. Sie hat nach eigenen Angaben deutschlandweit etwa 80.000 Mitglieder in 24 Diözesanverbänden [1].

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Pfarreiebene

Auf Pfarreiebene bieten ehrenamtliche Gruppenleiter Gruppenstunden, Ferienfreizeiten und sonstige Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an. Die Verantwortlichen treffen sich in Leiterrunden und Arbeitskreisen. Die Koordination läuft über eine gewählte Pfarrleitung. Das aktive Wahlrecht besitzt prinzipiell jedes KjG-Mitglied in der Pfarrei, wobei teilweise (örtlich verschieden) Altersgrenzen gelten, so zum Beispiel eine Beschränkung des Wahlrechts auf Mitglieder, die mindestens 13 und höchstens 27 Jahre alt sind. Verschiedene Diözesanverbände (z. B. Köln) legen Wert auf ein durchgehend gleiches Stimmrecht aller Mitglieder, unabhängig von ihrem Alter oder ihrer Funktion im Verband.

Mittlere Ebene

Die mittlere Ebene wird je nach Diözesanverband Bezirk, Dekanat, Kreis oder Region genannt. Auf der mittleren Ebene werden übergemeindliche Angebote geschaffen und die einzelnen Pfarrgemeinden untereinander vernetzt. Je nach kommunaler Gliederung gehört auch die politische Interessenvertretung der KjG in regionalen Gremien, wie z. B. BDKJ-Stadtversammlungen, Stadt- bzw. Kreisjugendringen, zu den Aufgaben der mittleren Ebene. Diese kann jedoch auch auf Pfarreiebene angesiedelt sein. Koordiniert wird diese Ebene von gewählten, ehrenamtlichen, paritätischen Bezirks-/Dekanats-/Kreis-/Regionalleitungen, als Austausch- und Kontrollgremium existiert in einigen mittleren Ebenen ein Ausschuss, der analog zum Diözesanausschuss auf Diözesanebene das höchste beschlussfassende Gremium zwischen den Konferenzen ist. Weiterhin können Arbeitskreise zur Planung von Aktivitäten und zur Unterstützung/Beratung der Pfarreien gewählt werden.

Diözesanebene

Die nächsthöhere Ebene ist die Diözesanebene, auf der die Diözesanleitung (DL) das bistumsweite Geschehen koordiniert. Die Diözesankonferenz (DIKO), auf der Vertreter der mittleren Ebenen vertreten sind, wählt und kontrolliert die DL. Über Anträge können durch die DIKO Arbeitsaufträge an die DL erteilt werden. Weiter wählt die DIKO aus den Leitungen der mittleren Ebenen die Mitglieder des Diözesanausschusses, dem höchsten beratenden und beschlussfassenden Gremium zwischen zwei Diözesankonferenzen. Außerdem richtet die Diözesankonferenz Arbeitskreise ein, die die Diözesanleitung bei ihren Aufgaben unterstützen. Eine wichtige Aufgabe des Diözesanverbandes ist es ein Angebot zu schaffen, durch das die qualitative Arbeit der Pfarrebene abzusichern ist. Hier sind besonders Aus- und Fortbildungsangebote für Gruppenleiter zu nennen.

Bundesebene

Die Bundesebene bildet als Zusammenschluss aller Diözesanverbände die höchste Ebene der KjG. Sie soll den Kontakt und Austausch zwischen den einzelnen Diözesanverbänden fördern, Projekte für den gesamten Verband durchführen, Dienstleistungen für die Diözesanverbände anbieten und die Interessen der KjG (von Kindern und Jugendlichen) in Politik und Kirche wahrnehmen. So werden Informationsbroschüren und Mitgliedsausweise für alle Diözesanverbände erstellt, Schulungen für Diözesanleiter organisiert oder Projekte wie menschkomm! für den gesamten Verband durchgeführt. Der Vorstand der KjG besteht aus einer Bundesleiterin und einem Bundesleiter, einem geistlichen Leiter und einem Geschäftsführer, die von der jährlich stattfindenden Bundeskonferenz gewählt werden. Ebenfalls gewählt wird der Bundesausschuss, der das höchste beschlussfassende Gremium zwischen den Konferenz darstellt und in den ausschließlich amtierende Diözesanleiter gewählt werden können.

Bundestreffen

In unregelmäßigen Abständen lädt der Bundesverband, ggf. in Kooperation mit einem Diözesanverband, alle KjG-Mitglieder zu einem Bundestreffen ein, das letzte fand unter dem Titel "UTOPIAjetzt!" vom 1. bis zum 4. Mai 2008 in Würzburg statt. Frühere Ereignisse dieser Art waren "Eventure 2001" in Mannheim oder "Signale '90" in Neuss. UTOPIAjetzt war weitgehend als Freiluftveranstaltung konzipiert und verband vielfältige Workshop-Angebote mit kulturellen Höhepunkten, Rockmusik, Gottesdiensten, einer Kinder- und Jugenddemonstration in der Würzburger Innenstadt und einer Präsentation der regionalen Arbeitsschwerpunkte des Verbandes. Ca. 3000 Verbandsmitglieder nahmen teil.

Mitgliedschaften

Die KjG gehört zusammen mit anderen katholischen Jugendverbänden dem Bund der Deutschen Katholischen Jugendals Dachverband an. Außerdem ist die KjG international durch ihre Mitgliedschaft in der fimcapvertreten.

Grundlagen und Ziele

In der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) schließen sich junge Christinnen und Christen zusammen. Demokratisch und gleichberechtigt wählen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer die Leitungen und entscheiden über die Inhalte und Arbeitsformen des Verbandes. (Aus den Grundlagen und Zielen der KjG, beschlossen 1993 in Altenberg)

Die KjG ist auf allen Ebenen politisch aktiv und will Kindern und Jugendlichen Mut machen, sich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen, aktiv zu werden für Dinge, die sie angehen und die verändert werden müssen. Außerdem will die KjG zu gesellschaftlichem Handeln und zur Gestaltung des eigenen Alltags aus der eigenen religiösen Überzeugung heraus ermutigen.

Aufbauend auf den Grundlagen und Zielen werden verschiedene Aktionen gestartet, wie zum Beispiel ‚Enjoy the difference’ (eine Aktion des Bundesverbandes, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ausspricht), sowie ‚Trialog – together in difference’ bei der sich die KjG zusammen mit dem BJSD (Bundesverband jüdischer Studenten in Deutschland) und der MJD (Muslimische Jugend in Deutschland) über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der drei Religionen bewusst wurde.

Geschichte

Vorläuferorganisationen waren "Katholischen Jungmännergemeinschaft" (KJG) und "Katholischen Frauenjugendgemeinschaft" (KFG) Ein erstes gemeinsames Delegiertentreffen fand 1968 in Münster statt. Unter dem Motto "Zur Antwort bereit" trafen sich rund 13.000 Jugendliche und Mitglieder der Vorläuferorganisationen zu einem großen Deutschlandtreffen. 1970 vereinigten sich diese zur neuen KjG.

In den 1970er und 1980er Jahren prägten starke Konflikte mit der Deutschen Bischofskonferenz den Verband und das Bild des Verbandes. Der sich als demokratisch verstehende Verband kritisierte zum Beispiel starre Hierarchien in der Kirche und das offizielle katholische Frauenbild.

Im Jahr 1983 brachte die KjG nach einem sehr erfolgreichen ersten "Song-Buch" (dem "blauen") ein zweites Liederheft heraus, in welchem u. a. deutsche Volkslieder enthalten waren, die sexuelle Verfehlungen von Geistlichen thematisierten (z.B. das Lied "Es wollt´ ein Bauer früh aufstehn"), dazu Lieder aus der Arbeiterbewegung ("Brüder zur Sonne, zur Freiheit"), aber auch moderne Lieder, die sich kritisch mit Religion auseinandersetzen ("Wenn et Bedde sich lohne dääd" von BAP) oder die eine befreite Sexualität fordern ("Denn ich will" von André Heller).

Die Deutsche Bischofskonferenz übte unter Federführung des damaligen Mainzer Weihbischofs Rolly und des eben erst ins Amt gekommenen Fuldaer Bischofs Dyba massiven Druck auf die KjG aus und erzwang nach wenigen Wochen einen Verkaufsstop der bereits gedruckten Exemplare, begleitet von der Drohung, die KjG andernfalls aufzulösen bzw. nicht mehr als katholische Jugendorganisation anzuerkennen. Nach heißen internen Diskussionen wurde daraufhin das rote Songbuch aus dem Verkehr gezogen.

Als Folge wurde Erzbischof Dyba von vielen KjG-Mitgliedern sehr geringgeschätzt; Bischof Karl Lehmann hingegen hatte während des Streits mehrfach schlichtend oder sogar für die KjG Partei ergreifend sein Wort erhoben und erreichte unter KjG-Mitgliedern dadurch eine große Popularität.

Das rote Songbuch ist trotz des Verkaufsverbots in geringer Stückzahl in Verkehr gebracht worden und konnte sich als Schwarzkopie rasch verbreiten, bevor die entschärfte Version ("braunes Songbuch") als Ersatz erschien.

Das Verbandsemblem der KjG nennen Verbandsmitglieder „Seelenbohrer“. Es wurde von dem im Kölner Raum ansässigen Grafiker Alfred Klever entworfen. Auf dem Deutschlandtreffen 1968 in Münster wurde das Logo folgendermaßen erklärt: „Der Punkt in der Mitte bedeutet Christus, die Frohe Botschaft, das Leben. Der Balken, der sich um den Punkt bewegt, symbolisiert die Menschen, die ‚aus der Mitte heraus‘ versuchen, sich den Problemen zu stellen und Antwort zu geben, und der Pfeil deutet Dynamik an. Sich auf den Boden der Botschaft Christi zu stellen, heißt zugleich, vorwärts zu gehen, Ziele zu verfolgen.“ Eine (selbst-)ironische Interpretation lautet: "einmal um den heissen Brei herum, haarscharf am Ziel vorbei und dann schnell wieder weg!"

Schutzpatron

Schutzpatron der KjG ist Thomas Morus(*1477 †1535). Von ihm stammt auch der Leitspruch der KjG: "Nie hätte ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen gewesen wäre."

 

 
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